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Kümmelfrüchte

Altlateinische Bezeichnung  : Fructus Carvi

 

Neulateinische Bezeichnung: Carvi Fructus

 

Allgemeines: Der Kümmel ist eine Pflanze, die im ersten Jahr eine Blattrosette bildet, ab dem zweiten Jahr einen Blütenstängel mit fein gefiederten Blättern austreibt, der bis zu 1 Meter hoch wachsen kann. Die kleinen weiß-rosafarbenen Blüten wachsen in Doppeldolden. Typisch für den Kümmel sind sein aromatischer Duft und sein Geschmack. Nicht verwechselt werden sollte der Kümmel mit dem Kreuzkümmel, dem Schwarzkümmel oder anderen, teilweise giftigen Doldenblütlern.

<typohead type="2">Medizinisch verwendet werden die Kümmelfrüchte und die daraus gewonnenen ätherischen Öle. Hergestellt wird die Droge größtenteils im östlichen Teil Deutschlands, Polen, Ägypten und Holland.</typohead>

Wirkung und Inhaltsstoffe: Kümmel enthält ein ätherisches Öl, das zum größten Teil aus der geruchsbestimmenden Komponente Carvon und verschiedenen Terpenen wie Limonen besteht. Diesen werden die Hauptwirkungen des Kümmels zugeschrieben.

Das ätherische Öl wirkt krampflösend im Magen-Darm-Trakt und verdauungsfördernd. Außerdem bewirkt Kümmel eine vermehrte Freisetzung von Gallensäuren, regt die Magensaftproduktion an und fördert den Appetit. Carvon hat zudem eine wachstumshemmende Wirkung auf Bakterien und Pilze.

 

<typohead type="2">Anwendungsgebiete: Zu den Anwendungsbereichen von Kümmel gehören die Behandlung von Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen-Darm-Bereich sowie Völlegefühle und Blähungen. Besonders häufig werden Kümmelpräparate dabei in der Kinderheilkunde eingesetzt. Andere Anwendungen erfolgen als Gurgelmittel oder äußerlich als Einreibungen zur Durchblutungsförderung. Außerdem wird Kümmel traditionell als Gewürz und bei der Zubereitung von schwer verdaulichen oder blähungsfördernden Lebensmitteln, wie beispielsweise bei verschiedenen Kohlsorten und frischem Brot, verwendet.</typohead>

<typohead type="2">In der Volksmedizin wird Kümmel zusätzlich von stillenden Müttern zur Förderung der Milchproduktion angewendet. Eine weitere Anwendung erfolgt gegen Husten, bei Zahn- und Kopfschmerzen und zur Linderung von Menstruationsbeschwerden. Eine Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.</typohead>

 

<typohead type="2">Dosierung und Anwendung: Kümmel kann in Form eines Tees oder als das reine ätherische Öl angewendet werden. Ätherische Öle zeichnen sich durch leicht flüchtige Inhaltsstoffe aus, haben einen charakteristischen Geruch und einen aromatischen, bitteren oder scharfen Geschmack. Die Tagesdosis sollte 1,5 bis 6 g Droge nicht überschreiten.</typohead>

<typohead type="2">! Die Droge sollte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.</typohead>

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<typohead type="2">Hinweise: Langzeitige und hochdosierte Einnahme von Kümmel kann zu Nieren- und Leberschäden führen. Außerdem sollte Kümmel nicht bei einer Überempfindlichkeit gegenüber Kümmel oder anderen Apiaceen wie Sellerie, Mohrrüben, Petersilie, Anis, Kreuzkümmel oder Koriander eingenommen werden.</typohead>

<typohead type="2">Während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit sollte vor der Behandlung mit Kümmel der Rat eines Arztes eingeholt werden. Die Verwendung als Gewürz scheint aber unbedenklich.</typohead>

<typohead type="2">Bei akuten Beschwerden, die trotz Behandlung über eine Woche andauern oder immer wiederkehren, sollte ein Arzt aufgesucht werden.</typohead>