Betriebsbesichtigungen der Fleischer/innen und Fleischereifachverkäufer/innen
In den letzten beiden Wochen haben die Fleischer und Fleischereifachverkäufer des zweiten und dritten Lehrjahres drei besondere Betriebe kennenlernen dürfen.
Im Rahmen von drei hochinteressanten Betriebsbesichtigungen wurden den Auszubildenden besondere Einblicke in verschiedene Sparten der Fleischverarbeitung gewährt.
Zunächst besuchte man das Großunternehmen Grasmehr in Gaudernbach. Der angehende Betriebsleiter Kai Thomas erklärte sehr detailliert die Entstehung, den Auf- und Ausbau des Unternehmens. Unsere angehenden Fleischer und Fachverkäufer waren beeindruckt von den vielfältigen logistischen Herausforderungen, denen sich die Mitarbeiter täglich im Betrieb stellen. Als Lieferant bekannter Märkte hat wohl jeder schon einmal ein Produkt der Fleischerei Grasmehr verkosten können. Besonders beeindruckte die Fleischer der riesige Durchlaufkutter, der es der Firma ermöglicht, viele Tonnen Wurst in relativ kurzer Zeit zu produzieren. Auch die Verpackungsstraße, die besonderen hygienischen Anforderungen unterliegt, war etwas völlig Neues für die Auszubildenden. Interne und externe Audits, Zertifikationen, Hygienekonzepte – all das gehört hier zum täglichen und existentiellen Tagesgeschäft der Mitarbeiter. Herr Thomas erläuterte all dies und sorgte damit für Erstaunen.
In der darauffolgenden Woche fuhren die auszubildenden Fleischer nach Ransbach-Baumbach. Nah der A3 befindet sich der Marktführer in Sachen „Wurstbekleidung“, wie es der Geschäftsführer Herr Gelhard scherzhaft ausdrückte. 70% der weltweit verwendeten Naturdärme stammen von der Firma Gelhard Naturdarm. Was dem ein oder anderen im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich erscheint, ist für die Fleischer ein sehr wichtiger Qualitätsfaktor. Trotz aller Innovationen auch im Fleischerhandwerk, schafft es keine künstliche Wursthülle die Anforderungen an die Produkte so perfekt zu erfüllen. Sei es der „Knack“ oder das abgestimmte Raucharoma. Die Natur ist hier unübertrefflich. Außerdem ist es aus Sicht der Fleischer eine ethische Verpflichtung, sämtliche Produkte des Tierkörpers in Verwendung zu bringen. Wertschätzender Umgang mit den Ressourcen und dem Lebewesen sind wichtiger, als so mancher glauben mag.
Am Montag durften die Fleischer dann einer Einladung der Firma KG Wetter in Biedenkopf nachkommen. Es handelt sich hierbei um einen der bekanntesten Hersteller von Fleischwölfen und Fleischkuttern der Welt. Mit 120 Mitarbeitern kann man sich bei KG Wetter sicher sein, ein deutsches Qualitätsprodukt zu erwerben. Viele sprechen vom „Mercedes“ unter den Fleischereimaschinen. Voll Stolz können auch wir in unserer Adolf Reichwein Schule Geräte dieser Firma unser Eigen nennen. In den Hallen der Firma KG WETTER konnten die Auszubildenden die kleinsten Geräte besichtigen (wie sie auch in der Schulfleischerei zu finden sind) und riesige Industriemaschinen, die kurz den Atem stocken ließen. Eine Vielzahl von extrem leistungsstarken Geräten, die im In- und Ausland bekannt sind und den Fleischern weltweit helfen, hochwertige Produkte herzustellen.
Wie es sich für einen Ausflug der Fleischer und Fachverkäufer gehört, ließ es sich keine der drei Firmen nehmen, diese großzügig zu Verköstigen und alle Fragen zu beantworten. Überall nahm man sich sehr viel Zeit und vermittelte wertvolle Eindrücke über das breite Spektrum des Handwerks. Berufliche Perspektiven, die weit über die Wurstküche oder die Ladentheke hinausgehen können, falls man das denn will.





