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Demenzprojekt mit dem Limburger Modell

Wissen, was wichtig ist. Wer in der Pflege arbeiten möchte, muss zunächst Freude am Arbeiten mit Menschen haben. Und mehr noch, wissen, wie es um meine Betreuten steht, das ist besonders wichtig. So ist es sehr herausfordernd, die soziale Ansprache und die Pflege von Menschen mit Demenz würdevoll zu bewältigen. Und dies kann gut gelingen, wenn man mehr über die Beeinträchtigung Demenz versteht. So ist das Projekt Demenz an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) ein wichtiger Schritt, pädagogisch dieses Handlungsfeld der Pflege zu stärken. Bildung schafft Wissen und Wissen hilft bei der täglichen Arbeit. Daher sollten die ersten Schritte hierfür früh gelegt werden. Mit dem Limburger Modell werden junge Schülerinnen und Schüler aus der Mittelstufe angesprochen, sich auseinander zu setzen mit den speziellen Aufgaben, die in der Pflege mit Demenz verbunden sind. Vielleicht reizt es die jungen Menschen, sich später beruflich für die Pflege in diesem Feld zu entscheiden.

Die Kolleginnen und Kollegen aus dem Limburger Modell haben so den ersten Demenzworkshop gestartet, unterstützt vom Pflegestützpunkt Diez und dem Demenz Netzwerk Rhein Lahn. Der Anspruch ist hoch und das Ziel ebenso. Schließlich gilt es, junge Menschen für das Thema Demenz zu sensibilisieren wie auch grundlegende Information über die Demenz zu  vermitteln. Der Workshop war dicht gespickt und begann mit einem Überblick zu den unterschiedlichen Demenzformen wie auch den Warnsignalen, die zu beachten sind. Alle Schülerinnen und Schüler hatten Aufgaben zu lösen, die es praktisch und inhaltlich in sich hatten. So galt es an diesem Tag, die Kommunikationsformen für Menschen mit Demenz näher kennen zu lernen wie auch die Ausprägungen dieser Beeinträchtigung bei Geist und Körper. 

Herrn Wolfgram vom Pflegestützpunkt Diez verdeutlichte, welche kognitiven Fähigkeiten nachlassen und wie man Stimmungen und Emotionen wahrnehmen kann. Auch wurde gezeigt, was an Fähigkeiten noch vorhanden ist, wenn die Demenz sich schon sehr fortgeschritten zeigt. Fachpraktisch erlebten die Schülerinnen und Schüler durch verschiedene Übungen zur Wahrnehmung, was an Umweltsignalen empfangen wird. Hier half der Demenzanzug nach zu empfinden, welche kognitiven und wahrnehmungsspezifischen Defizite bei Menschen mit Demenz auftreten. Etwa die Schwierigkeiten beim Essen und Trinken oder dem Ankleiden. Hier wurden Ansatzpunkte erklärt, die in der täglichen Pflegearbeit  umgesetzt werden. 

Ein besonderer Schwerpunkt des Workshops nahm die Kommunikation ein, die besonders in der Pflege solcher Menschen genutzt werden sollte: langsam und in kurzen Sätzen sprechen, den Betroffenen Zeit und Ruhe geben, um zu reagieren. Immer die Nachrichten und Botschaften an die Menschen wiederholen. Auch ist es notwendig, stets den Blickkontakt zu halten wie auch für eine ruhige Umgebung zu achten und nicht lauter sprechen als normal üblich. Viele Punkte, die in der Kommunikation bedeutsam sind. 

Am Ende des Demenzworkshop gab es ein sehr positives Schülerfeedback. Und an dieser Stelle, ein großes Lob an die Initiatoren des ersten Demenzworkshops, eine solch komplexe Thematik den jungen Menschen bildhaft und interessant zu vermitteln.