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Ein besonderer Schultag voller Begegnung, Spiel und Sprache

Wie wertvoll Begegnungen zwischen unterschiedlichen Schulformen sein können, zeigte sich erneut bei einem besonderen Kooperationsprojekt an der Adolf Reichwein Schule. Die Lehrerinnen Jolita Stecker und Annie Vollmers waren sich nach der erfolgreichen Durchführung im vorherigen Schuljahr schnell einig. Dieses Projekt muss wiederholt werden. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie wirkungsvoll. Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen kommen miteinander in Kontakt, lernen sich kennen und verbringen gemeinsam einen Vormittag. Gerade in einer Schule, in der Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen und sprachlichen Voraussetzungen zusammenkommen, bieten solche Projekte die Möglichkeit, Brücken zu bauen und Begegnungen zu schaffen, die im normalen Schulalltag nicht immer selbstverständlich entstehen.

Am Ende des Schuljahres 2025/2026 war es dann wieder so weit. Angehende Erzieherinnen und Erzieher der Klasse FSS 01 B trafen auf Schülerinnen und Schüler der InteA Klasse 1c. Für die InteA Schülerinnen und Schüler, die Deutsch als Zweitsprache lernen und zum Teil noch am Anfang ihres Spracherwerbs stehen, bot der gemeinsame Vormittag eine besondere Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse außerhalb des regulären Unterrichts anzuwenden. Besonders beeindruckend war die Vorbereitung durch die angehenden Erzieherinnen und Erzieher. Mit viel Engagement, Kreativität und einem guten Gespür für die unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen hatten sie ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Spielen vorbereitet. Dabei ging es nicht nur darum, gemeinsam Spaß zu haben. Die Spiele waren so ausgewählt und angeleitet, dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihren Deutschkenntnissen mitmachen und miteinander in Kontakt kommen konnten.
Zum Einstieg sorgten verschiedene Spiele für Bewegung und eine lockere Atmosphäre. Erste Unsicherheiten verschwanden schnell und es wurde gemeinsam gelacht. Anschließend ging es in kleineren Gruppen weiter. An verschiedenen Spielstationen konnten die Jugendlichen gemeinsam spielen, Regeln erklären, nachfragen und sich gegenseitig unterstützen. Klassiker wie Uno, Mensch ärgere dich nicht, Jenga, Memory, Mau Mau, Vier gewinnt, Cluedo, Schiffe versenken und Ligretto boten zahlreiche Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle der Kulturenwerkstatt Limburg, die die zahlreichen Spiele für den gemeinsamen Vormittag zur Verfügung gestellt und damit wesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen hat.

Gerade im gemeinsamen Spielen lag ein besonderer Wert des Vormittags. Sprache wurde nicht als Unterrichtsgegenstand erlebt, sondern ganz selbstverständlich gebraucht. Wer gemeinsam spielt, muss sich verständigen, zuhören, erklären, nachfragen und aufeinander reagieren. Auch wenn manchmal die passenden deutschen Wörter fehlten, fanden die Schülerinnen und Schüler Wege, sich zu verstehen. Gestik, Mimik, gegenseitige Unterstützung und nicht zuletzt gemeinsames Lachen halfen dabei, sprachliche Barrieren zu überwinden. Auch für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher bot der Vormittag wertvolle Erfahrungen. Sie konnten erleben, wie unterschiedlich Kommunikation funktionieren kann und wie wichtig es ist, Angebote so zu gestalten und zu erklären, dass Menschen mit verschiedenen sprachlichen Voraussetzungen daran teilhaben können. Damit wurde der Vormittag für beide Klassen zu einem Lernort, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Für eine zusätzliche Gelegenheit zum Austausch sorgte das von der InteA Klasse vorbereitete Buffet. Die Schülerinnen und Schüler hatten verschiedene Snacks und Speisen mitgebracht und sorgten damit für eine schöne Ergänzung des gemeinsamen Vormittags. In entspannter Atmosphäre wurde gemeinsam gegessen, erzählt und gelacht. So entstanden auch abseits der Spieltische viele kleine Begegnungen und Gelegenheiten zum Austausch.
Am Ende waren sich Jolita Stecker und Annie Vollmers erneut einig, wie bereichernd es ist, Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Schulformen zusammenzubringen. Der Vormittag zeigte, dass Begegnung, Spiel und gemeinsames Erleben wertvolle Lerngelegenheiten schaffen können.

Für die InteA Schülerinnen und Schüler bedeutete der Tag, Sprache praktisch anzuwenden, neue Kontakte zu knüpfen und ein weiteres Stück Schulgemeinschaft zu erleben. Die angehenden Erzieherinnen und Erzieher wiederum konnten ihre pädagogischen Fähigkeiten in einer authentischen Situation erproben und wertvolle Erfahrungen im Umgang mit sprachlicher und kultureller Vielfalt sammeln.

Ein besonderer Schultag, von dem beide Seiten profitieren konnten und bei dem schnell deutlich wurde, dass auch diese Wiederholung nicht die letzte gewesen sein soll.