Zertifikat für großes Engagement gegen Rassismus
(jm) Eine gute Schule hat immer ein gutes Schulklima. Und dieses hat die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in den vergangenen Monaten weiter verbessert. Viele Workshops und Veranstaltungen wurden abgehalten, und sie sind erst der Anfang von weiteren Aktionen im laufenden Jahr. Großes Engagement, das gewürdigt wurde. Mit einem Zertifikat, das bisher nicht viele Schulen in Hessen besitzen. “Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage”, dieses Zertifikat überreichte Fabian Lippert, Landeskoordinator in Hessen, unserer Schule und widmete es besonders dem starken Engagement der Schülerschaft, die mit ihren Sprechern Mia Meteling und Lennon Buderus diese Würdigung in einem feierlichen Rahmen entgegegen nahmen. Beide gehören dem Schulteam an, in dem neben der Schülerschaft auch ein kleines Team von Lehrkräften, Jugend-Coaches der Caritas und viele Interessierte aus der Schulgemeinschaft teilnehmen.
„Es ist keine Auszeichnung, also ein Preis im herkömmlichen Sinne. Dieses Zertifikat ist die Aufforderung für ein Schulleben, das allen gleiche Chancen gewährt“, unterstrich Fabian Lippert. „Gleiche Chancen bedeutet Respekt untereinander“, unterstrich Schulleiter Ralf Abel und sagte zu Beginn der Veranstaltung “wie wichtig eine klare Werteorientierung an der Schule ist, damit Miteinander und Lernen funktioniert.” Offiziell ist nun die Adolf-Reichwein-Schule im bundesweiten Netz der Schulen, die sich ganz stark engagieren für gelebten Respekt an Schulen. Von den Lehrkräften waren u.a. Dirk Spilling und Dr. Barbara Schütze in den letzten Monaten besonders aktiv.
Eine Weltkarte ohne Grenzen, erstellt in den Pausen mit Fingerabdrücken unserer Schülerinnen und Schüler, die so ihre Herkunftsländern markierten, belegt dies. „Unser Motto für diese Schüleraktion war: Menschsein ohne Grenzen“, so Dr. Schütze und ergänzte, „an unserer Schule sind mehr als 50 Nationen vertreten und sich kennen zu lernen, das klappte ganz gut mit dieser Aktion.“ Und die Aktion war eine Erkundungssuche: Wo kommst du her und was lernst du hier? Fragen, die ein Kennenlernen der Schülerinnen und Schüler leicht machte in den Pausen. „Für uns ist es wichtig“, so Dirk Spilling, “alle an der Schule stärker sensibel zu machen gegen die vielfältigen Formen von Diskriminierung. Denn Diskriminierung ist die Vorstufe zu Rassismus. Wir werden mit weiteren Ausstellungen und Fortbildungen hierzu eine gute Grundlage schaffen.“
Wie kreativ und bewegend soziales Engagement sein kann, zeigten drei Vorträge während der Zertifikatsübergabe. Im Format des „Poetry-Slams“ trugen Maria Zysizsnyovski, Vivian Bettin und Jasaman Mohamadi sehr treffend vor, wie sich das Leben als Flüchtling in Deutschland und in einer Schule gestalten kann. Die drei jungen Damen präsentierten kurz und prägnant ihre Standpunkte zum Thema „Flucht und Schulleben“. Kreative Bühnenbeiträge aus dem Literaturkurs des beruflichen Gymnasiums.
Neben Worten machten auch musikalische Beiträge deutlich, welche Emotionen mit dem Thema Flucht und Ankommen verbunden sind. Die Schulband unter Leitung von Adrian Allan ließen aufhören mit einfühlsamen und aufweckenden Songs. Ins Blickfeld brachte Alea Horst, preisgekrönte Fotografin, Autorin und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes, was sie eindrückliches erlebt hat auf ihren Fernreisen. Mit einer Bildpräsentation machte Alea Horst augenscheinlich, wie sich das Leben in sozialen Brennpunkten auf der ganzen Welt gestaltet und wie Flucht als auch Migration aussehen. Für die Vergabe des Zertifikates gegen Rassismus braucht jede Schule einen Paten. Miriam Sehr, stellvertretende Schulleiterin, freute sich, Alea Horst als Patin vorstellen zu dürfen und berichtete, wie die so geschätzte Fotografin mit Enthusiasmus und Begeisterung die Projekte an der ARS begleitete. Für Mai ist eine weitere Ausstellung von Alea Horst an der ARS geplant. Sie trägt den Titel: „Manchmal baue ich ein Haus für uns“. Hier finden sich Bilder und Aussagen von geflüchteten Kindern aus dem Flüchtlingslager Kara Tepe auf Lesbos.
Schulleiter Ralf Abel beendete die Veranstaltung mit einem großen Dankeschön an alle Beteiligten und bekräftigte, „wir arbeiten gut zusammen mit Institutionen außerhalb der Schule, so besonders intensiv mit der Caritas. Das wollen wir auch weiterhin tun. Es freut uns besonders, die Arbeit mit den Coaches des Jugend Migrations-Dienstes auszubauen.“ Die Arbeit dieser jungen Menschen, Schülerinnen und Schüler an der ARS, machen das Schulklima stark und robust gegen Anfeindung und Diskriminierung.




