Englisch-Leistungskurse zum Besuch im Amerikanischen Generalkonsulat Frankfurt
Die beiden Englisch-Leistungskurse des Beruflichen Gymnasiums in der Jahrgangsstufe 12 hatten am Donnerstag, 26. September 2024, die Gelegenheit, das Amerikanische Generalkonsulat in Frankfurt zu besuchen und an einer interessanten Veranstaltung teilzunehmen.
Gemeinsam mit den Tutoren Carolina Preußer-Rill (12GYC) und Matthias Becker (12GYD) waren die Klassen eingeladen, an einer Podiumsdiskussion mit US-Diplomatinnen und Diplomaten sowie Vertretern der Affinity Group „National Organization of Black Law Enforcement Executives (NOBLE)“, die eigens aus den USA angereist waren, und Vertretern der hessischen Polizei teilzunehmen.
NOBLE ist eine Interessengruppe, die das Ziel verfolgt, Gerechtigkeit im Bereich der Rechtspflege bei der Erbringung von öffentlichen Dienstleistungen für alle Gemeinschaften zu gewährleisten. Sie übernehmen die Rolle des Gewissens der Strafverfolgungsbehörden.
Die Themen „Polizeigewalt“ und „Diskriminierung“ sind im Kerncurriculum für die gymnasiale Oberstufe in Englisch und im Einführungserlass für die Q1 vorgegeben. Das Black Lives Matter Movement wird sogar explizit benannt. Daher bot sich die Teilnahme an.
Generalkonsul Brian Heath begrüßte die Anwesenden und richtete das Wort besonders an die etwa 140 anwesenden Schülerinnen und Schüler verschiedener hessischer Schulen, als er sagte „You are the future.“ So stimmte er die Anwesenden auf die kommende Podiumsdiskussion ein, bei der viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit hatten, ihre Fragen rund um die Themen Diskriminierung und Ungleichheit, aber auch aktive Förderung von Diversität in den Sicherheitsbehörden zu stellen.
Dabei wurden viele interessante Themen angesprochen: So erklärte der ehemalige Polizeipräsident von Atlanta (Georgia), Rodney N. Bryant, der in seiner Funktion als ehemaliger Vorsitzender der Affinity Group NOBLE an der Veranstaltung teilnahm, dass es ihm zu seiner aktiven Zeit im Amt gelungen sei, Regeln für die Polizistinnen und Polizisten aufzustellen, mit denen verhindert werden sollte, dass Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe diskriminiert werden.
Seit dem Tod von George Floyd versucht die Polizei vermehrt Diskriminierung zu verhindern und ein positives Miteinander zu fördern. Hinderlich dabei sind Angst und mangelnde Kommunikation. „Communication is key“, stellte auch Ltd. Paula C. Brown fest, die die Mordkommission in Arlington County (Virginia) leitet. Sie berichtete, dass sie gebeten wurde, eine Präsentation für Kolleginnen und Kollegen vorzubereiten, in der sie über Diskriminierung informieren sollte. Ihr Vorgesetzter ließ sich die Präsentation vorab zeigen und fühlte sich von der Formulierung „white privilege“ getroffen. Er sprach sie darauf an und es entspann sich eine lange Diskussion über den Begriff und dessen Bedeutung.
Nur auf diese Weise können Vorurteile abgebaut und Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und Aufklärungsarbeit zu leisten, ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Arbeit von NOBLE, weshalb die Anwesenden sich sehr über das große Interesse der Schülerinnen und Schüler freuten.
Die Limburger Schülerinnen und Schüler waren sich im Anschluss an die Veranstaltung einig, dass es ein großes Glück war, eingeladen worden zu sein, weil insbesondere das Gespräch mit den US-amerikanischen Gästen sehr erhellend und interessant war. Es ist eben das eine, von Diskriminierung und Polizeigewalt in den USA zu lesen – etwas ganz anderes ist es, von direkt Betroffenen darüber berichtet zu bekommen.

