Lesung von Alea Horst am 14.05.2025 an der Adolf-Reichwein-Schule
„Manchmal male ich ein Haus für uns“
„Irreguläre Migration“, „illegale Einreise“, „Flüchtlingszahlen reduzieren“, „Zurückweisungen an den Grenzen“, „Verschärfung der Migrationspolitik“, diese Begriffe prägen die aktuelle politische Diskussion um die Migrationspolitik in Deutschland.
Dass hinter diesen Begriffen Menschen und Schicksale stehen, wird oft vergessen. Diesen Menschen wieder ein Gesicht und eine Stimme zu geben, ist das Anliegen der Fotografin und Patin unserer Schule Alea Horst.
Am 14.05.25 hat sie Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften und externen Besuchern aus ihrem Kinderbuch „Manchmal male ich ein Haus für uns“ vorgelesen. Die darin porträtierten Kinder leben im Flüchtlingslager Kare Tepe auf der Insel Lesbos in Griechenland. Sensibel und aufmerksam fragtAlea Horst diese Kinder nach ihrem Alltag in dem Lager, nach ihren Erlebnissen, Ängsten und Träumen.
Ihre Geschichten machen schmerzhaft bewusst, was es bedeutet, Flüchtling zu sein. „Ich möchte kein Flüchtling sein. Ich habe mir das nicht ausgesucht“, heißt es an mehreren Stellen im Buch.
Nach über einer Stunde ist der offizielle Teil der Lesung vorbei, dennoch wird immer noch das Gespräch mit Alea Horst gesucht. Ausstellung und Lesung berühren tief und zeigen auf, was wirklich zählt: Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit! Diese Werte sollten bei allen politischen Diskussionen um Veränderungen in der Migrationspolitik nicht vergessen werden.
„Wenn alle Kinder in der Welt freundlich zueinander sind, im Team arbeiten; wenn sich alle bemühen, ein gutes Leben zu führen, dann haben wir vielleicht irgendwann keine Kriege mehr und auch keine Camps“. (Arash)
Bis Mitte 2024 waren weltweit mehr als 122 Millionen Menschen auf der Flucht. Etwa 40% von ihnen sind Kinder und Jugendliche.
Das Buch „Manchmal male ich ein Haus für uns. Europas vergessene Kinder“ ist 2022 im Klett Kinderbuchverlag erschienen und wurde für den deutschen Jugendliteraturpreis 2023 nominiert.
In Zusammenarbeit mit dem Verlag, der Fotografin und der UNO-Flüchtlingshilfe ist eine Fotoausstellung mit Bildern und Berichten der Flüchtlingskinder entstanden.
Alea Horst
Alea Horst, Jahrgang 1982, hat zwei Kinder und arbeitete bis 2015 als selbstständige Hochzeits- und Familienfotografin. Anfang 2016 entschied sie sich, als ehrenamtliche Nothelferin nach Lesbos zu gehen. Seither unterstützt sie viele Hilfsorganisationen und Projekte als Fotografin, Nothelferin und Menschenrechtsaktivistin. 2021 gründete sie ihren eigenen Verein Alea e. V. (www.alea-ev.org). Sie ist ehemalige Schülerin der Adolf-Reichwein-Schule und Patin unseres Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. 2023 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihre Menschrechtsarbeit.


