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Pädagogischer Tag konnte intensiv informieren

(jm) Kann interessieren, oder auch nicht. Jedenfalls sollte es, denn “Künstliche Intelligenz”, kurz KI, überholt einige aus dem Kollegium, zumal in Sachen Präsentation anscheinend viele Schülerinnen und Schüler besser ausgerüstet zu sein scheinen als die Lehrkräfte. So können sie etwa ihre Urheberrechte bei allem, was sie an Leistungen vorstellen und präsentieren, gekonnt erweitern mit externer, digitaler Hilfe. Was “Künstliche Intelligenz” leisten kann, was sie bewirkt, all dies prägt den Unterricht von heute und morgen. Nicht allein der Unterricht als solcher, sondern mehr noch das ganze Lernklima steht im Licht von KI. Die rasant schnelle Entwicklung der Fähigkeiten, die man gezielt abrufen kann in Sprachmodellen und die in Sekundenschnelle als digitale Wissensdiener zur Verfügung stehen, diese sogenannten Tools verändern das Lernverhalten und die Wissensvermittlung wesentlich, vielleicht sogar disruptiv.  

KI ist präsent, und sie lässt sich nicht mehr wegdenken. Also lautet die Frage nicht mehr, soll ich mich mit den Optionen der KI auseinandersetzen oder nicht? Diese Frage erübrigt sich, denn, was sich mit der KI auf der Überholspur bewegt, das betrifft uns alle. Fragen wir uns vielmehr, wie erhalte ich einen versierten Blick auf das, was sich zur Zeit abspielt in der digitalen Welt? Verstehe ich, was viele Schülerinnen und Schüler heute gekonnt zum eigenen Zweck nutzen? Kann auch ich dies für meine pädagogische Arbeit gebrauchen? Fragen, deren Antworten zunächst einfach erscheinen, denn KI ist schnell, blitzschnell, aber sie lässt auch die Grenzen verschwimmen zwischen eigner Leistung und digitalem Intelligenzbeitrag. Ein versierter Blick auf KI, auf deren Entstehung wie auch den verwendeten Quellen hilft, die Nutzung kritisch zu beleuchten wie auch pädagogisch zu hinterfragen.

Viele Fragen und eine Suche nach Antworten, die all das umreißen, was die Agenda des “Pädagogischen Tages” an der Adolf-Reichwein-Schule (ARS) füllt. Melanie Dahm, Lehrerin aus Niedersachsen und verantwortlich in der Lehrerfortbildung für “Schulische Innovation”, führt am Pädagogischen Tag durch das weite Spektrum an Mach- und Nutzbarem der KI. Die “Artificial Intelligence”, AI im englischen Sprachraum, verleitet oft zu schematischen Ja-Nein Aussagen: ich nutze KI oder ich nutze sie nicht. Dieser Schwarz-Weiß Ansatz führt gewiss nicht zu befriedigenden Lösungen. “Wir müssen eine Haltung zu KI entwickeln” führte Schulleiter Ralf Abel zu Beginn des Pädagogischen Tages aus. Für eine abgewogene Herangehensweise plädiert Melanie Dahm, Expertin für digitale Transformation in der Schule. So ist KI zwar ein schneller Weg zu Antworten, aber KI bietet auch wesentliche Möglichkeiten, als Verstärker von eigenem Lernen. Dies den Schülerinnen und Schülern verständlich zu machen, sie einzubinden in einen neuen Lernweg, der eigene Ideen mit KI im Wechselspiel sieht, dieser systematische Vorgang steht dem entgegen, was gemeinhin mit KI verbunden wird: “Sie wird schlauer und du wirst dümmer.”  

Der dialektische Ansatz, pädagogisch dargestellt mit einem Schieberegler, bewegt sich zwischen zwei Enden, die bei der Nutzung von KI entscheidend sind. Wird sie auf der einen Seite als Tool verwendet, um schnell ein Ergebnis zu erhalten oder systematisch aufgefasst als gekonnte Ergänzung des Unterrichts.  So kann man auf die Spitze eines Berges gelangen mit einem Sessellift, beziehungsweise einer Gondel, oder man kann sich zu Fuß dort hinauf bewegen. Aus diesem Bild heraus kann man entsprechend KI ansehen als eine Antwortmaschine oder auch als Lernpartner, der meinen Resonanzraum an Bildungsinhalten stark erweitert. Dieser Kontext ermöglicht eine neue Perspektive bei der Nutzung von KI.

In verschiedenen Arbeitsgruppen konnten Anfänger als auch Fortgeschrittene der KI-Nutzung Antworten finden auf ihre Fragen. Die Kolleginnen Labonte und Preußer-Rill als auch Kollege Becker führten im Detail aus, welche Tools und Prompts pädagogisch weiterhelfen können. Kritische Aspekte der KI, wie sie das Urheberrecht betreffen können oder die Eigenständigkeit der Schülerleistung wurden am Nachmittag ebenso diskutiert, wie schulverbindliche Regeln für die Nutzung von KI. In knapp 20 kleinen Diskussionsrunden wurden diese Aspekte ausgiebig erörtert.

Ein langer Tag, der viele Einsichten bot und dazu führt, den eigenen pädagogischen Ansatz der neuen digitalen Zeit anzupassen. Ein Merci an die Verantwortlichen des Pädagogischen Tages für den Blick auf und hinter KI.