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Paulina Abresch (ARS) - Junge Stimmen für ein gerechtes Europa - Bundessiegerehrung des 73. Europäischen Wettbewerbs in Fulda

Unter dem Motto „Dein Europa: Recht, Respekt – Realität?" ehrte die feierliche Bundessiegerehrung des 73. Europäischen Wettbewerbs am 18. Juni 2026 im Fürstensaal des historischen Fuldaer Stadtschlosses herausragende Schülerinnen und Schüler aus ganz Hessen. Ihre Beiträge zu Gerechtigkeit, Kinderrechten, Umwelt und Wohnen zeigten eindrucksvoll, mit welchem Engagement und welcher Kreativität junge Menschen europäische Werte leben. 

Festlicher Auftakt im Stadtschloss

Ab 11:30 Uhr begrüßte ein gemeinsames „Get together" mit Imbiss die Gäste. Eine Führung durch das historische Stadtschloss Fulda stimmte auf die Veranstaltung ein, bevor um 13:00 Uhr das 4-tett der Brässbande der Musikschule Fulda das offizielle Programm musikalisch eröffnete. Durch den Nachmittag führte Bürgermeister Benjamin Tschesnok (Hünfeld). Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung des Wettbewerbs für die politische Bildung und die Vermittlung europäischer Werte an junge Menschen. Ein Best-of-Kurzfilm gab einen eindrucksvollen Rückblick auf die eingereichten Wettbewerbsarbeiten aus allen Bundesländern und leitete zu den Grußworten über.

Grußworte: Europa fängt in der Schule an

Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen, würdigte die gesellschaftliche Relevanz der Beiträge: „Die Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie differenziert und engagiert sich junge Menschen mit Themen wie Gerechtigkeit, Umwelt und Menschenrechten auseinandersetzen." 

Roland Gawinski, Landesbeauftragter für den Europäischen Wettbewerb in Hessen, hob das „Miteinander" als zentrale Voraussetzung für ein funktionierendes Europa in den Regionen, Städten und Dörfern hervor. Europäische Werte wie Respekt, Zusammenhalt und gemeinsame Verantwortung dürften nicht abstrakt bleiben, sondern müssten im Alltag gelebt werden – in der Schule wie in der Gesellschaft. 

KOMMENTAR LANDESJURY:

BUNDESPREIS und eine Reise nach Berlin 

Paulina Abresch aus der Jahrgangsstufe 12 der Adolf-Reichwein-Schule in Limburg setzt sich in ihrem Acrylgemälde zum Modul 4.2 „Die Gedanken sind frei“ mit einer zentralen Frage europäischer Werte auseinander: Freiheit in Demokratie und EU bedeutet nicht automatisch gedankliche Unabhängigkeit. In ihrer Bildbeschreibung macht sie deutlich, dass persönliche Gedanken trotz individueller Prägung von gemeinsamen Werten getragen werden.

Sie schreibt: „Ich lebe in einem freien Land, in einer Demokratie, und diese Faktoren sind der Grundbaustein, auf dem die Mitgliedstaaten der Europäischen Union aufbauen. Die EU basiert auf dem Grundrecht der Freiheit. (…) Gedanken sind etwas sehr Persönliches, aber sind sie dadurch automatisch frei? (...)“ Ihr Fazit, „Gedanken sind nicht nur individuell, sondern werden überall geprägt“, bringt den Kern ihrer Arbeit pointiert auf den Punkt. Die Arbeit zeugt von einer reflektierten und bemerkenswert reifen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Die Übergabe der Urkunden und Preise erfolgte durch Armin Schwarz, Hessischer Minister für Kultus, Bildung und Chancen, Mark Weinmeister, Regierungspräsident NordOstHessen, Friederike Bischoff von EUROPE DIRECT NordOstHessen, Anna Wienhausen von der Stadt Kassel, Brigitte Hirschler, Referatsleiterin Stiftungen und Wettbewerbe im Hessischen Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen, Ute Wiegand-Fleischhacker von der Europa-Union Hessen sowie Andreas Scheibelhut von der Europa-Union Fulda.

Schulpreise für fünf hessische Schulen

Neben den Bundespreisen wurden Schulpreise an fünf Schulen vergeben sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen – darunter Reise-, Buch- und Geldpreise sowie Sonderpreise des Bundeskanzlers und des Bundesrates. Ausgezeichnet wurden u. a. die Textorschule Frankfurt am Main, die Ricarda-Huch-Schule Dreieich, die Mathildenschule Offenbach, die Humboldtschule Bad Homburg und die Dr. Obermayr Europa Schule Campus Stauferland Wiesbaden.

Staffelübergabe: Fulda übergibt an Kassel

Als symbolischer Höhepunkt übergab Fulda den Staffelstab an Kassel. Die Bundessiegerehrung des 74. Europäischen Wettbewerbs findet am 20. Mai 2027 im Kasseler Rathaus statt. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten ein gemeinsames Foto aller Lehrerinnen und Lehrer sowie der Preisträgerinnen und Preisträger.

Wanderausstellung noch bis Ende Juni

Die Wanderausstellung mit ausgewählten Wettbewerbsbeiträgen ist noch bis Ende Juni 2026 im Fuldaer Stadtschloss zu sehen. Bisherige Stationen waren unter anderem im Rahmen des Europafests in Frankfurt die Römerhallen, das Zukunftswerk im Luisenforum Wiesbaden, die Hochschule RheinMain Wiesbaden sowie das Stadtmuseum in Groß-Gerau.