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Studienfahrt der Bäcker-Azubis: Zwischen Brotsprache, Burgflair und Zukunftsvisionen

Diese Studienfahrt hatte es in sich: Die Bäcker-Azubis des 2. und 3. Lehrjahres tauchten ein in eine Mischung aus Handwerk, Geschichte und Zukunft – gewürzt mit jeder Menge Teig, Tradition und Teamgeist.

Auftakt war die Bundesakademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim. Geschäftsführer Thomas Muschelknautz führte persönlich durch die „heiligen Hallen“. Beim Seminar zur „Weinheimer Brotsprache“ wurde schnell klar: Brot ist nicht einfach nur lecker – es lässt sich beinahe wie ein edler Wein beschreiben. „Fluffig“ war ab jetzt eindeutig zu wenig.

Weiter ging’s nach Nürnberg – und zwar stilecht: Übernachtung in der Jugendherberge der Kaiserburg aus dem 12. Jahrhundert. Zwischen dicken Mauern und knarrenden Böden fühlte sich der Weg zum Frühstück fast wie eine Zeitreise an.

Nach der Mittelalterkulisse folgte ein Perspektivwechsel: Im Memorium „Nürnberger Prozesse“ beschäftigten sich die Auszubildenden mit internationaler Strafgerichtsbarkeit und den Werten von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Zivilcourage – Werte, die wir als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aktiv leben. Nicht wenige Azubis beschrieben den Besuch als „beeindruckend“, „nachdenklich machend“ und sogar „wichtiger als jedes Geschichtsbuch“. Ein Programmpunkt, der unter die Haut ging – und lange nachwirkte.

Zum Glück wurde es danach wieder süß: Beim Lebkuchenworkshop der Firma „Wicklein“ ging es an die Herstellung von Elisenlebkuchen. Mit ruhiger Hand und viel Konzentration wurden die Massen auf Oblaten gestrichen – wobei so mancher Teigklecks lieber eigene Wege ging. Die anschließende abendliche Stadtführung entführte die Gruppe in die Welt der Gewürze, Handelswege und Lebkuchengeheimnisse. Wer vorher nicht wusste, wie viel Geschichte in einer Prise Zimt steckt, weiß es jetzt.

Zum Finale wagte die Gruppe im Zukunftsmuseum den Blick nach vorn. Roboter, KI und digitale Ideen regten zum Nachdenken an – auch darüber, wie viel Hightech das traditionelle Bäckerhandwerk verträgt. Ein „Teigknet-Android“? Vielleicht. Aber echte Handarbeit bleibt unschlagbar.

Fazit der Klassensprecherin:
„Diese Fahrt hat uns als Klasse richtig zusammengeschweißt. Wir haben viel erlebt, viel gelernt – und gemerkt, wie wichtig demokratische Werte sind. Genau deshalb waren es ganz besondere Tage für uns.“