Verkehrsprävention: Wenn ein Moment alles verändert
Rund 80 Schülerinnen und Schüler der Adolf-Reichwein-Schule setzen sich mit den Gefahren von Alkohol, Drogen und riskantem Verhalten im Straßenverkehr auseinander
„Ihr Leben ist wichtig. Und Sie haben nur eines.“ Mit diesen Worten eröffnete Schulleiter Ralf Abel den Verkehrspräventionstag an der Adolf-Reichwein-Schule. Rund 80 Schülerinnen und Schüler der Berufsschule erlebten einen besonderen Vormittag, der informierte, bewegte und vor allem zum Nachdenken anregte.
Zu Gast war das Polizeipräsidium Westhessen mit einem engagierten Team der Verkehrsunfallprävention. Besonders begrüßte die Schulgemeinschaft Polizeipräsident Björn Gutzeit, der die Bedeutung der Präventionsarbeit hervorhob. Durch das Programm führte POK Stephanie Barone von der Präventionsabteilung des Polizeipräsidiums Westhessen.
Im Mittelpunkt des Aktionstages standen keine trockenen Statistiken, sondern authentische und persönliche Erfahrungsberichte. Ein Polizeibeamter des Regionalen Verkehrsdienstes, ein Rechtsmediziner sowie Mitarbeiterinnen der Notfallseelsorge berichteten eindrucksvoll von ihren Erfahrungen nach schweren Verkehrsunfällen.
Dabei wurde deutlich, wie schnell aus einem scheinbar kleinen Risiko eine lebensverändernde Situation entstehen kann. Überhöhte Geschwindigkeit, Ablenkung, Alkohol oder Drogen am Steuer können innerhalb eines Augenblicks schwerwiegende Folgen haben – für die Betroffenen selbst, aber auch für Angehörige, Freunde und Einsatzkräfte.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Gerade für junge Menschen ist der Führerschein häufig mit Freiheit, Unabhängigkeit und Abenteuer verbunden. Gleichzeitig fehlt es vielen Fahranfängerinnen und Fahranfängern noch an Erfahrung. Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung können dadurch schnell zu einer gefährlichen Kombination werden.
Auch die zunehmende Nutzung von E-Scootern wurde thematisiert. In verschiedenen praktischen Angeboten konnten die Schülerinnen und Schüler selbst erfahren, wie Alkohol und andere berauschende Substanzen die Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit und Koordination beeinflussen. Beim Rauschbrillen-Parcours wurde beispielsweise eindrucksvoll erlebbar, wie sehr sich die eigene Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verändert. Auch eine praktische E-Scooter-Beschulung gehörte zum Programm.
„Unfallprävention beginnt nicht auf der Straße – sie beginnt im Bewusstsein“, betonte Polizeipräsident Björn Gutzeit. Ziel des Aktionstages sei es, junge Menschen emotional zu erreichen und ihr Gefahrenbewusstsein zu stärken. Ein solcher Vormittag könne betroffen machen, zum Nachdenken anregen und im besten Fall sogar eine Einstellung nachhaltig verändern.
Dass dieses Ziel erreicht wurde, zeigten die Reaktionen der Schülerinnen und Schüler. Viele zeigten sich bewegt und nachdenklich. Einige berichteten, dass die persönlichen Schilderungen ihre Sicht auf das Fahren, mögliche Risiken und die eigene Verantwortung im Straßenverkehr verändert hätten.
Der Verkehrspräventionstag war damit weit mehr als eine Informationsveranstaltung. Er machte deutlich: Verantwortung im Straßenverkehr beginnt bei jedem Einzelnen. Gerade junge Menschen sollen Risiken erkennen, Entscheidungen bewusst treffen und sich und andere schützen.
Für die Adolf-Reichwein-Schule ist die Verkehrsprävention ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit als Gesundheitsfördernde Schule. Schulleiter Ralf Abel dankte dem gesamten Team des Polizeipräsidiums Westhessen sowie allen Referentinnen und Referenten für ihren engagierten und eindrucksvollen Einsatz. Ein besonderer Dank galt Frau Sabrina Preißl, die einen großen Teil der Organisation des Aktionstages übernommen hatte.
Am Ende blieb vor allem eine Botschaft: Ein einziger Moment kann alles verändern. Deshalb lohnt es sich, Verantwortung zu übernehmen – für sich selbst und für andere.





