Zehn Jahre Kooperation - InteA Klassen zu Gast in der Dombibliothek Limburg
Seit inzwischen zehn Jahren verbindet die InteA Klassen der Adolf Reichwein Schule und die Dombibliothek Limburg ein besonderes Kooperationsprojekt. Ins Leben gerufen wurde es 2016 von Silvia Kremer von der Dombibliothek und Annie Vollmers von der Adolf Reichwein Schule. Damals entstand bei Annie Vollmers die Idee, mit einer InteA Klasse die Dombibliothek zu besuchen und den Jugendlichen diesen besonderen Lernort näherzubringen. Sie sprach Silvia Kremer darauf an, die von der Idee sofort begeistert war. Gemeinsam entwickelten sie daraus ein Angebot für die InteA Schülerinnen und Schüler. Was mit diesem ersten Besuch begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer festen und vertrauensvollen Zusammenarbeit, die bis heute Bestandteil der pädagogischen Arbeit mit den InteA Starterklassen ist.
Auch im Schuljahr 2025/2026 wurde diese Kooperation fortgeführt. Am 27. November 2025 besuchte die Klasse 1b und am 2. Juni 2026 die Klasse 1a der Schulform InteA die Dombibliothek in Limburg.
Bibliotheken sind öffentliche Räume und wichtige Lernorte, die allen Menschen offenstehen. Damit dieser Zugang auch tatsächlich genutzt werden kann, ist es wichtig, solche Orte kennenzulernen und mögliche Hemmschwellen abzubauen. Genau hier setzt das Kooperationsprojekt an. Abseits des Unterrichts können die Schülerinnen und Schüler in entspannter Atmosphäre die Bibliothek als offenen Bildungsort entdecken und erfahren, welche Möglichkeiten sie ihnen zum Lernen, Lesen und zur Freizeitgestaltung bietet.
Am 27. November 2025 wurde die Klasse von Dr. Anna Vössing, der ehemaligen Leiterin des Kulturamts der Stadt Limburg, begrüßt. Sie nahm sich Zeit für die Schülerinnen und Schüler und stand ihnen für ein Interview zur Verfügung. Die Jugendlichen hatten sich im Unterricht auf das Gespräch vorbereitet und konnten ihre Fragen rund um die Bibliothek und ihre Angebote stellen. So konnten sie ihre Deutschkenntnisse in einer authentischen Gesprächssituation anwenden und gleichzeitig mehr über die Dombibliothek erfahren.
Beim zweiten Besuch am 2. Juni 2026 war es dann wieder Silvia Kremer, die die InteA Klasse in der Dombibliothek empfing. Als Mitinitiatorin begleitet sie das Kooperationsprojekt bereits seit seinen Anfängen im Jahr 2016. Auch an diesem Tag stand sie den Schülerinnen und Schülern für ein Interview zur Verfügung und führte sie durch die Bibliothek. Dabei erhielten die Jugendlichen Einblicke in die verschiedenen Bereiche und lernten die vielfältigen Angebote und Nutzungsmöglichkeiten der Dombibliothek kennen.
Bei beiden Besuchen blieb es jedoch nicht bei Interview und Führung. Anschließend waren die Schülerinnen und Schüler selbst gefragt. In Kleingruppen erkundeten sie die Bibliothek und lösten ein von Annie Vollmers entwickeltes Bibliotheksquiz. Dabei mussten sie sich selbstständig orientieren, Informationen finden und ihr neu erworbenes Wissen anwenden. Für zusätzliche Abwechslung sorgte eine Foto Challenge mit Buchtiteln, bei der Kreativität und Teamarbeit gefragt waren und die den Jugendlichen viel Freude bereitete. Gerade für Jugendliche, die Deutsch als Zweitsprache lernen, bieten solche außerschulischen Lernorte wertvolle Möglichkeiten. Sprache wird hier nicht nur im Unterricht gelernt, sondern in realen Situationen erlebt und praktisch angewendet. Gleichzeitig lernen die Schülerinnen und Schüler einen Ort kennen, den sie auch künftig selbstständig nutzen können. Positive Leseerfahrungen können zudem die Lesemotivation fördern und langfristig zur Entwicklung der Lesekompetenz beitragen. Bibliotheken bieten dafür ideale Voraussetzungen. Sie sind frei zugänglich, verfügen über eine große Vielfalt an Medien und ermöglichen es den Besucherinnen und Besuchern, selbst zu entscheiden, womit sie sich beschäftigen und was sie ausleihen möchten.
Dass das Projekt nachhaltig wirkt, zeigte sich in den vergangenen zehn Jahren immer wieder. Viele der Schülerinnen und Schüler nutzten die Dombibliothek auch nach dem gemeinsamen Besuch weiterhin selbstständig. Für einige wurde sie zu einem wichtigen Ort, an dem sie in Ruhe lernen, lesen oder für die Schule arbeiten konnten. Ihre positiven Erfahrungen geben sie an Mitschülerinnen und Mitschüler, Freunde und Familienmitglieder weiter. Auf diese Weise lernten auch andere Jugendliche die Möglichkeiten der Bibliothek kennen. Aus einem ersten gemeinsamen Besuch entwickelte sich so für viele eine dauerhafte Nutzung dieses öffentlichen Lernortes.
Die beiden Besuche im vergangenen Schuljahr machten einmal mehr deutlich, dass die Dombibliothek weit mehr ist als ein Ort mit Büchern. Sie ist ein Raum für Begegnung, Lernen und kulturelle Teilhabe. Dass aus der gemeinsamen Idee von Silvia Kremer und Annie Vollmers eine Kooperation entstanden ist, die nun bereits seit zehn Jahren besteht, zeigt den nachhaltigen Wert des Projekts. Was 2016 mit einem ersten gemeinsamen Besuch begann, ist inzwischen zu einer festen Tradition geworden und soll auch in Zukunft dazu beitragen, jungen Menschen Türen zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe zu öffnen.



